Geschäftsstelle Villa Mazur

Unser Geschäftssitz in der denkmalgeschützten Villa in Gera.

Villa Mazur in Gera

Villa Mazur, der Firmensitz des AWV

Das Haus

Die Villa entstand 1921 nach Plänen des Geraer Architekten Rudolf Schmidt als Wohnhaus der Familie Mazur. Nach 1945 diente das Gebäude verschiedenen Zwecken, unter anderem als städtisches Kinderheim und als Kindertagesstätte. Nach 1989 erhielt die Familie Mazur ihr Eigentum zurück; 1999 verkaufte sie die Villa an Hans-Theo Kühr, der sie 2002 bis 2003 denkmalgerecht sanierte. Seit 2022 gehört die Villa dem AWV Ostthüringen. Wir führen das Haus als unsere Geschäftsstelle — und halten die Erinnerung an seine Geschichte wach.

Die Familie Mazur

Robert Mazur lebte hier mit seiner Frau und den vier Kindern Helga, Ursula, Otto und Heidi. Die Familie gehörte der jüdischen Gemeinde Geras an. Mazur war Offizier im Ersten Weltkrieg und wurde mehrfach ausgezeichnet; als Miteigentümer führte er die Geraer Teppichfabrik Halpert & Co.

Nach 1933 geriet die Familie unter wachsenden Druck. Robert Mazur nahm in der jüdischen Gemeinde eine zentrale Rolle ein, unter anderem als Vorsitzender des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten in Gera. Jüdinnen und Juden, die unter den Nationalsozialisten ihre Existenz verloren hatten, stellte er in der Fabrik ein; wer auswandern wollte, konnte sich bei ihm beruflich umschulen lassen, um im Ausland neu anzufangen.

Es half ihm nicht. Robert Mazur wurde persönlich angefeindet, die Fabrik sollte ihm genommen werden. 1939 verlor er sie — die Familie verließ ihr Haus und emigrierte nach England.

Warum wir davon erzählen

Wer uns besucht, betritt ein Haus mit dieser Geschichte. Wir finden: Man soll sie kennen. Die Villa Mazur erinnert daran, was in Gera geschehen ist — mitten in der Stadt, mitten in der Nachbarschaft.

Backsteinvilla mit grauem Walmdach, grünen Fensterläden und Eingangstreppe hinter Zaun, im Vordergrund ein herbstlicher Baum.